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Stellungnahme des LV zur Planung der Landesregierung, Schulsozialarbeiterstellen weiter zu befristen

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Erschrecken hat der Landesverband Schulpsychologie NRW zur Kenntnis
genommen, dass die Landesregierung eine erneute Befristung der Stellen im Bereich
Schulsozialarbeit plant. Dazu möchten wir wie folgt Stellung nehmen:
Schulpsycholog*innen haben einen differenzierten Einblick in die Wirkfaktoren gelingender
Bildungs- und Entwicklungsprozesse von Schüler*innen. Schulpsycholog*innen
arbeiten erfolgreich mit Schulsozialarbeiter*innen zusammen und erzielen in der
Zusammmenarbeit hohe Wirkung. Schulsozialarbeit in den Schulen ist aus unserer
Sicht unverzichtbarer Bestandteil für das Gelingen von Bildungsbiographien und die
gesunde psychosoziale Entwicklung von Schüler*innen. Gerade in dem Bereich der
psychosozialen Begleitung der Schüler*innen ist personelle Stabilität und Kontinuität
ein wesentlicher Gelingensfaktor.


Die erneute Befristung der Stellen wird das durch die vielen unbesetzten Lehrerstellen
ohnehin sehr stark belastete System Schule weiter schwächen . Durch die Befristung
ist eine hohe Fluktuation zu erwarten in Kombination mit einem hohen Anteil von Stellenbesetzungen
durch Berufsanfänger*innen. Die Anforderungen an Schulsozialarbeiter*
innen in Schulen sind, was Rollenfindung, Akzeptanz und Abgrenzung angeht,
extrem hoch. Wir haben erhebliche Bedenken, dass die weitere Befristung mit den
absehbaren Folgen bei der Stellenbesetzung zu Lasten der Qualität der Arbeit aber
auch zu Lasten der psychischen Gesundheit der Schüler*innen, Lehrer*innen und
nicht zuletzt auch der Schulsozialarbeiter*innen selbst geht. Dies muss aus unserer
fachlichen Sicht auf das System Schule, das vor allem gelingende Multiprofessionalität
und personale Konstanz braucht, dringend verhindert werden. Wir appellieren
daher, sich für die Entfristung der Stellen im Bereich der Schulsozialarbeit einzusetzen.